<img height="1" width="1" style="display:none;" alt="" src="https://px.ads.linkedin.com/collect/?pid=2674124&amp;fmt=gif">
Skip to content
Leistungen
Wir unterstützen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ganzheitlich bei der digitalen Transformation.
Strategieentwicklung und Projektmanagement
Entwicklung nachhaltiger Digitalstrategien und Begleitung mit erprobten Projektmanagement
E-Rechnung und digital finance
Spezialisierung auf die Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen.
Softwareauswahl und Rollout-Begleitung
Unterstützung bei Auswahl, Implementierung und Schulung von Software für die digitale Transformation.
Prozessmanagement und Optimierung
Optimierung bestehender Geschäftsprozesse für mehr Effizienz und Effektivität.
Künstliche Intelligenz und Datenökonomie
Beratung und Implementierung von AI-gestützten und automatisierten Prozessen.
Informationssicherheit und Compliance
IT-Sicherheitslösungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, um Datensicherheit zu gewährleisten.
Changemanagement und Organisationsberatung
Unterstützung bei Veränderungsprozessen und Schulungen für Mitarbeiter im Zuge der digitalen Transformation.
Digitale Transformation Beratung
Von der Strategie bis zur Umsetzung: Bonpago begleitet Unternehmen ganzheitlich mit professioneller Beratung zur digitalen Transformation
Karriere
Bewerbe dich jetzt und werde teil unseres Teams!
BonpagoApr 17, 2026 8:00:01 AM20 min read

E-Rechnung Architekt: Prozesse, Formate und Umsetzung im Planungsbüro

E-Rechnung Architekt: Prozesse, Formate und Umsetzung im Planungsbüro
36:03

Eine E-Rechnung ist ein elektronisches Dokument mit strukturierten, maschinenlesbaren Daten, das die gleichen Inhalte und Rechtsfolgen hat wie eine Papierrechnung. Im Kontext von Architekturbüros und Ingenieurbüros bedeutet E-Rechnung die durchgängige Digitalisierung der Rechnungsstellung und -verarbeitung, insbesondere gegenüber öffentlichen Auftraggebern, bei denen seit Ende 2020 die elektronische Rechnungsstellung verpflichtend ist. Ab 2025 wird die E-Rechnungspflicht auf weitere Bereiche ausgeweitet und betrifft zunehmend auch Rechnungen zwischen Unternehmen im B2B-Bereich.

Die Umstellung auf E-Rechnung ist nicht nur ein Formatwechsel, sondern ein strukturelles Organisations- und Prozessthema, das Rechnungswesen, IT, Projektmanagement und Steuerberatung gleichermaßen betrifft. Sie erfordert sorgfältige Planung, klare Verantwortlichkeiten und die Integration bestehender Systeme, um medienbruchfreie Workflows vom Versand bis zur Zahlung zu ermöglichen. Zudem stehen mit ViDA (VAT in the Digital Age) und PEPPOL bereits weitere regulatorische Entwicklungen auf EU-Ebene bevor, die perspektivisch auch grenzüberschreitende E-Rechnungsprozesse standardisieren werden.

Architekt arbeitet konzentriert am modernen Arbeitsplatz mit großem Monitor, auf dem strukturierte digitale Rechnungsdaten sichtbar sind, im hellen Planungsbüro mit Bauplänen

Inhaltsverzeichnis

Was ist E-Rechnung für Architekten?

Im Kontext von Architekturbüros und Ingenieurbüros meint E-Rechnung die Erstellung, Übermittlung und Verarbeitung von Rechnungen in einem strukturierten, maschinenlesbaren elektronischen Format. Ausgangspunkt ist die EU-Richtlinie 2014/55/EU, die in Deutschland seit Ende 2020 alle Auftragnehmer des Bundes und der Deutschen Bahn verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch auszustellen und zu übermitteln. Ausgenommen sind lediglich Rechnungen bis zu einem Betrag von unter 1.000 EUR. Ab dem 1. Januar 2025 tritt zudem das Wachstumschancengesetz in Kraft, das die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich deutlich erweitert und schrittweise alle inländischen Unternehmen zur Ausstellung und zum Empfang elektronischer Rechnungen verpflichtet.

Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Verfahren liegt in der Medienbruchfreiheit: Eine E-Rechnung enthält strukturierte Daten, die vom Rechnungsversand über den Eingang, die Prüfung, die Freigabe, die Buchung bis zur Zahlung und Archivierung durchgängig digital verarbeitet werden können. Ein PDF per E-Mail ist keine E-Rechnung, weil es ausschließlich unstrukturierte Daten enthält und damit keine automatisierte Verarbeitung ohne Medienbruch ermöglicht. Diese klare Abgrenzung ist zentral für das Verständnis und die regelkonforme Umsetzung.

Kerneigenschaften und Nutzen

E-Rechnungen sind darauf ausgelegt, Prozesse im Rechnungswesen zu vereinfachen und zu automatisieren. Die strukturierten Daten reduzieren Interpretationsspielräume, manuelle Eingriffe und Fehlerquellen. Dadurch entstehen durchgängige Workflows, die Transparenz, Geschwindigkeit und Datenqualität verbessern. Für Entscheider in Finanz- und Digitalisierungsverantwortung bedeutet dies: weniger manuelle Tätigkeiten, geringere Fehlerquoten, bessere Durchlaufzeiten und höhere Prozesssicherheit. Zudem wird die Nachvollziehbarkeit über den gesamten Rechnungslebenszyklus hinweg deutlich gesteigert.

Abgrenzung zu bisherigen Verfahren

Viele Architekturbüros arbeiten bisher mit Papierrechnungen, Scans oder PDF-Dateien. Diese Formate erzeugen Medienbrüche, weil Daten manuell erfasst, abgetippt oder mittels OCR ausgelesen werden müssen. Das führt zu Verzögerungen, Fehlern und unklarer Nachvollziehbarkeit. E-Rechnungen dagegen setzen voraus, dass sowohl Sender als auch Empfänger die Digitalisierung des Datenaustauschs vollständig unterstützen, damit ein elektronischer Rechnungsversand tatsächlich funktioniert. Diese systemische Veränderung erfordert eine saubere Vorbereitung und Integration in die bestehende Systemlandschaft.

Warum ist E-Rechnung im Planungsbüro wichtig?

Die Einführung der E-Rechnung ist für Architekturbüros und Ingenieurbüros nicht nur eine Frage der Compliance gegenüber öffentlichen Auftraggebern, sondern ein strategisches Thema für Prozessoptimierung, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Wer öffentliche Auftraggeber bedient, braucht funktionierende E-Rechnungsprozesse für Erstellung, Versand, Verarbeitung und Ablage. Mit der Ausweitung der E-Rechnungspflicht ab 2025 auf den B2B-Bereich wird das Thema zudem für nahezu alle Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen relevant.

Pflichtkontext öffentliche Auftraggeber

Seit Ende 2020 sind alle Auftragnehmer des Bundes und der Deutschen Bahn verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch auszustellen und zu übermitteln. Diese Verpflichtung geht auf die EU-Richtlinie 2014/55/EU zurück, die die standardisierte elektronische Rechnungsstellung in der öffentlichen Verwaltung vorantreibt. Rechnungen bis 1.000 EUR sind von dieser Pflicht ausgenommen. Für Planungsbüros, die regelmäßig öffentliche Auftraggeber bedienen, ist die Umstellung daher keine Option, sondern Voraussetzung für die Geschäftsbeziehung. Ohne funktionierende E-Rechnungsprozesse können Rechnungen zurückgewiesen werden, was zu erheblichen Verzögerungen beim Zahlungseingang führt.

Prozessrelevanz und wirtschaftliche Auswirkungen

Fragmentierte Rechnungsprozesse erzeugen erhebliche Risiken: Fehleranfälligkeit durch manuelle Datenerfassung, geringe Transparenz über Rechnungsstatus und Durchlaufzeiten, unklare Zuständigkeiten und schwer steuerbare Workflows. Bei Prüfungen durch Finanzämter oder Auftraggeber entstehen Probleme, wenn Nachvollziehbarkeit und Dokumentation lückenhaft sind. E-Rechnung schafft hier Abhilfe, indem sie Prozesse standardisiert, automatisiert und nachvollziehbar macht. Die wirtschaftlichen Vorteile zeigen sich vor allem in reduzierten Bearbeitungszeiten, geringeren Fehlerkosten und einer besseren Steuerbarkeit der Liquidität.

Strategischer Kontext: E-Rechnung als Baustein der Digitalisierung

E-Rechnung ist kein isoliertes Thema, sondern Teil der digitalen Transformation im Planungsbüro. Sie zahlt auf die Optimierung von Order-to-Cash-Prozessen ein, die von Auftrag und Vertrag über Leistungserfassung bis zur Rechnungsstellung und Zahlungseingang reichen. Parallel dazu profitieren Büros, wenn sie auch Purchase-to-Pay-Prozesse für Eingangsrechnungen von Lieferanten und Partnern harmonisieren. Dadurch entstehen durchgängige digitale Workflows statt Insellösungen. Zudem ist die Vorbereitung auf die ab 2025 geltende B2B-E-Rechnungspflicht ein strategischer Wettbewerbsvorteil, der frühzeitig angegangen werden sollte.

Die wichtigsten Formate und Standards

Architekturbüros und Ingenieurbüros müssen sich mit verschiedenen Formaten und Standards auseinandersetzen, um E-Rechnungen korrekt zu erstellen, zu versenden und zu verarbeiten. Die beiden wichtigsten Formate für Planungsbüros sind XRechnung und ZUGFeRD. Beide Formate erfüllen die gesetzlichen Anforderungen, unterscheiden sich jedoch in ihrer technischen Struktur und Anwendbarkeit.

XRechnung: Standard für die öffentliche Hand

Die XRechnung ist die deutsche Variante der E-Rechnung für die öffentliche Hand und setzt die Standards der EU-Richtlinie für Deutschland um. Es handelt sich um ein XML-basiertes, maschinenlesbares Datenformat, das für Menschen nicht gut lesbar ist, sondern primär für Systeme konzipiert wurde. Einer XRechnung können bis zu 200 Anlagen in verschiedenen Formaten beigefügt werden. Die maximal zulässige Dateigröße aller Anlagen ist stark vom verwendeten Übertragungsweg abhängig und sollte für jeden konkreten Kanal geprüft werden; typische Richtwerte liegen bei circa 10 bis 15 MB, können aber abweichen. Technisch gesehen ist XRechnung ein Datensatz, der eher für mit XML vertraute Fachleute lesbar ist. Für die praktische Anwendung in Architekturbüros bedeutet das: Die Visualisierung und Prüfung der Rechnung erfolgt meist über spezielle Viewer oder direkt in der Buchhaltungssoftware, nicht durch Ansicht der XML-Datei.

ZUGFeRD: Hybrides Format für den gewerblichen Bereich

ZUGFeRD ist ein hybrides Format, das eine menschenlesbare PDF/A-3-Datei mit einer eingebetteten, maschinenlesbaren XML-Datei kombiniert. Empfänger können entweder die PDF-Datei anschauen oder die XML-Datei automatisch verarbeiten. Für Architekturbüros ist ZUGFeRD besonders relevant, weil es auch gewerbliche und private Kunden abdeckt und die vollständige Digitalisierung des Rechnungsausgangs unterstützt. ZUGFeRD-Rechnungen ermöglichen medienbruchfreie Verarbeitung und gleichzeitig eine komfortable Ansicht für Empfänger, die keine automatisierte Verarbeitung nutzen. Ab 2025 wird ZUGFeRD auch für den B2B-Bereich zunehmend als empfohlenes Format anerkannt.

Weitere relevante Standards und Begriffe

Im Kontext von E-Rechnung tauchen weitere Standards und Begriffe auf, die für Planungsbüros relevant sind. Die GoBD definiert den Rahmen für Aufzeichnungen, Unterlagen und Datenzugriff in elektronischer Form und ist daher zentral für die ordnungsgemäße Archivierung und Nachvollziehbarkeit von E-Rechnungen. GAEB ist ein angrenzender Standard im Bau- und Ausschreibungsumfeld, der insbesondere für Schnittstellen und Prozessintegration wichtig ist. Dokumentenmanagement-Systeme sind ein zentraler Baustein für strukturierte Ablage und Nachvollziehbarkeit von E-Rechnungen und zugehörigen Anlagen. Perspektivisch werden auch PEPPOL-Netzwerke und die EU-Initiative ViDA an Bedeutung gewinnen, da sie den grenzüberschreitenden elektronischen Rechnungsaustausch harmonisieren und künftige regulatorische Anforderungen in Deutschland und der EU prägen.

Überblick und Vergleich der Formate

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Eigenschaften von XRechnung und ZUGFeRD gegenüber und hilft bei der Einordnung, welches Format für welche Anwendungsfälle im Planungsbüro geeignet ist. Sie berücksichtigt sowohl technische als auch rechtliche Aspekte und zeigt die unterschiedlichen Einsatzszenarien auf.

MerkmalXRechnungZUGFeRD
ZielgruppeÖffentliche Auftraggeber in DeutschlandGewerbliche und private Kunden, ab 2025 auch B2B
Technisches FormatXML-basiert, maschinenlesbarPDF/A-3 mit eingebetteter XML
Menschliche LesbarkeitNur für XML-Vertraute, Viewer erforderlichPDF direkt lesbar
AnlagenBis zu 200 Anlagen, Größenlimit kanalabhängig (zu prüfen)Abhängig von PDF/A-3-Spezifikation
VerpflichtungJa, seit Ende 2020 für BundesaufträgeFreiwillig nutzbar, ab 2025 für B2B zunehmend relevant
ProzessintegrationAutomatisierte VerarbeitungAutomatisierte und manuelle Verarbeitung

Die Wahl des Formats hängt vom Empfänger ab: Öffentliche Auftraggeber verlangen XRechnung, während gewerbliche und private Kunden auch mit ZUGFeRD bedient werden können. Viele moderne Softwarelösungen unterstützen beide Formate, sodass Planungsbüros flexibel agieren können. Mit Blick auf die ab 2025 geltende B2B-E-Rechnungspflicht empfiehlt es sich, beide Formate zu beherrschen und die Systemlandschaft entsprechend vorzubereiten.

So funktioniert E-Rechnung in der Praxis

Die Einführung der E-Rechnung im Architekturbüro ist ein Kooperationsprojekt, das verschiedene Bereiche und Stakeholder einbezieht. Die Umstellung braucht sorgfältige Planung, ausreichend Zeit und Einbeziehung verschiedener Bereiche. Sie ist nicht an einem verlängerten Wochenende erledigt, sondern erfordert realistische Erwartungssteuerung und sinnvolles Timing, etwa in ruhigeren Betriebsphasen wie Ferienzeiten oder saisonalen Flauten. Erfahrungsgemäß sollten Planungsbüros für die vollständige Umstellung zwischen drei und sechs Monaten einplanen.

Stakeholder-Landkarte im Planungsbüro

Für eine erfolgreiche Einführung müssen alle relevanten Bereiche beteiligt sein. Das Rechnungswesen und die Buchhaltung verantworten Prozesse, Daten, Rechnungsfreigaben und Zahlungsziele. Die IT kümmert sich um Arbeitsplatzdigitalisierung, Workflow-Unterstützung, Schnittstellen und Zugriffskonzepte. Die Steuerberatung berät zu Anforderungen an Ordnungsmäßigkeit, Nachvollziehbarkeit, Dokumentation und Prüfpfade. Externe Partner wie öffentliche Auftraggeber-Portale, Übertragungswege, Generalplaner oder Nachunternehmer müssen ebenfalls eingebunden werden. Die Kernaussage lautet: Einführung ist Kooperationsprojekt, nicht nur Aufgabe einer Abteilung. Ohne diese ganzheitliche Perspektive drohen Insellösungen und Medienbrüche.

Prozessschritte und Umsetzungslogik

Die Umsetzung folgt einer klaren Logik, die sich in mehrere Schritte untergliedern lässt. Zunächst erfolgt eine Ist-Analyse: Wie werden Rechnungen heute erstellt, versendet und archiviert? Wo sind Medienbrüche? Anschließend wird der Format- und Empfängermix geklärt: öffentliche Auftraggeber benötigen XRechnung, private und gewerbliche Kunden können auch mit ZUGFeRD bedient werden. Der Systemcheck prüft, ob bestehende Software strukturierte Formate erzeugen und verarbeiten kann.

Im nächsten Schritt wird das Prozessdesign entwickelt: Freigaben, Prüflogiken, Zuständigkeiten, Anlagenprozess und Projektbezug müssen klar definiert werden. Die Integration umfasst Schnittstellen zu Buchhaltung, ERP, DMS und Steuerberatung. Eine Pilotierung startet mit ausgewählten Projekten oder Auftraggebern, sammelt Fehlerbilder und korrigiert diese. Schließlich erfolgt der Rollout mit Schulung, Betriebsübergang und Monitoring von Durchlaufzeiten und Fehlern. Wichtig ist, dass die Pilotphase echte Projekte umfasst und nicht nur Testdaten, um praxisnahe Learnings zu generieren.

Technische und organisatorische Mindestanforderungen

Digitale Workflows müssen Dokumente durch alle Prozessschritte digital führen und bearbeiten können. Die Branchensoftware oder Systemlandschaft muss mindestens Rechnungswesen plus Projekt- oder Leistungsbezug integrieren, etwa über Projektmanagement- oder AVA-Software. Schnittstellen ermöglichen automatisierte Übergaben zwischen Systemen, insbesondere Richtung Buchhaltung, ERP und Steuerberatung. Dokumentenmanagement gewährleistet strukturierte Ablage, Wiederauffindbarkeit und konsistente Versionen von Rechnung und Anlagen. Datenqualität bei Stammdaten wie Kreditor- oder Debitorendaten, Projektnummern und Kostenstellen ist Voraussetzung für Automatisierung. Ohne saubere Stammdaten bleibt die Automatisierung theoretisch, und manuelle Nacharbeiten bleiben bestehen.

HOAI und E-Rechnung zusammen denken

Architektenleistungen sind häufig HOAI-basiert. Die Rechnungsstellung muss dennoch E-Rechnungsanforderungen erfüllen, wenn der Auftraggeber dies fordert, insbesondere die öffentliche Hand. Die zentrale Frage lautet: Kann ich HOAI-konforme Abrechnungslogik in XRechnung oder ZUGFeRD abbilden? Entscheidend ist, dass sich HOAI-orientierte Leistungsabrechnung auf Ebene der Positionen und Leistungsphasen in strukturierte Rechnungsdaten überführen lässt. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Software- und Prozessauswahl. Planungsbüros sollten prüfen, ob ihre AVA- oder Projektsoftware eine HOAI-konforme Datenstruktur in E-Rechnungsformate übersetzen kann.

Abgrenzung Ausgangs- und Eingangsrechnungsprozess

E-Rechnung betrifft sowohl ausgehende als auch eingehende Rechnungen. Der Ausgangsrechnungsprozess umfasst Rechnungserstellung, Prüfung, Freigabe, Versand und Statusüberwachung bis zum Zahlungseingang. Der Eingangsrechnungsprozess dagegen beginnt mit dem Rechnungseingang, gefolgt von Prüfung auf formale Korrektheit, inhaltliche Validierung (Drei-Wege-Abgleich zwischen Bestellung, Wareneingang und Rechnung), Freigabe nach definierten Regeln, Verbuchung und Zahlung. Für Planungsbüros ist es wichtig, beide Prozesse sauber zu trennen und jeweils eigene Kontrollpunkte, Rollen und Systemunterstützung zu definieren. Ein typischer Drei-Wege-Abgleich prüft, ob Bestellposition, Lieferung und Rechnung übereinstimmen, und verhindert unbefugte oder fehlerhafte Zahlungen. Freigaberegeln legen fest, wer in welcher Konstellation Rechnungen freigeben darf und welche Eskalationsmechanismen bei fehlender Freigabe greifen. Diese Trennung ist nicht nur organisatorisch sinnvoll, sondern auch für die GoBD-konforme Dokumentation erforderlich.

Typische Probleme, Risiken und Fehler

Bei der Umstellung auf E-Rechnung treten in der Praxis immer wieder ähnliche Stolpersteine auf, die Entscheider kennen und vermeiden sollten. Diese Fehler entstehen häufig durch unzureichende Vorbereitung, fehlende Abstimmung zwischen Bereichen oder unrealistische Erwartungen an die technische Umsetzung.

Missverständnis über E-Rechnung

Ein weit verbreitetes Missverständnis lautet: Wir schicken doch schon PDFs. Dieses Missverständnis muss aufgelöst werden. Ein PDF per E-Mail ist keine E-Rechnung, weil es unstrukturierte Daten enthält und damit keine medienbruchfreie Verarbeitung ermöglicht. Erst strukturierte, maschinenlesbare Datenformate wie XRechnung oder ZUGFeRD erfüllen die Anforderungen. Diese grundlegende Abgrenzung muss in Schulungen und Change-Prozessen klar kommuniziert werden, um Akzeptanz und Verständnis zu schaffen.

Unklare Visualisierung bei XRechnung

Ein weiteres Problem ist die Annahme, XML kann niemand lesen. Diese Sorge ist berechtigt, aber die Lösung liegt in der Trennung zwischen Maschinenformat und Visualisierung. XRechnung ist für Systeme konzipiert, nicht für menschliche Leser. Die Visualisierung erfolgt über Viewer oder Buchhaltungssoftware. Planungsbüros sollten sicherstellen, dass ihre Systeme entsprechende Ansichtsfunktionen bieten und dass alle relevanten Mitarbeiter Zugang zu diesen Tools haben und geschult sind.

Anlagenhandling

Anlagen zu groß oder zu viele: Größenlimits und sauberes Anlagenmanagement sind kritisch. XRechnung erlaubt bis zu 200 Anlagen, aber die Gesamtgröße ist stark vom Übertragungsweg abhängig und muss für jeden Kanal individuell geprüft werden. Architekturbüros müssen klare Regelwerke für Anlagen definieren: welche Dokumente sind Standardanlagen, wie werden sie benannt, wie wird die Versionierung gehandhabt? Ohne diese Regeln entstehen schnell unübersichtliche Datenmengen, die Übertragungsfehler oder Zurückweisungen verursachen.

Unterschiedliche Anforderungen je Auftraggeber

Insbesondere öffentliche Auftraggeber haben unterschiedliche Anforderungen und Übertragungswege. Der Prozess muss flexibel, aber standardisiert sein, um verschiedene Empfänger bedienen zu können. Ohne klare Abstimmung mit Auftraggebern, welche Formate und Übertragungswege akzeptiert werden, entstehen Verzögerungen und Rückläufer. Planungsbüros sollten eine Matrix führen, die pro Auftraggeber die erforderlichen Formate, Übertragungskanäle und Besonderheiten dokumentiert.

Fehlende Stammdatenqualität

Fehlende Stammdatenqualität verhindert Automatisierung. Debitoren- und Projektstammdaten sind oft ein Engpass. Ohne konsistente Projektnummern, Auftraggeberdaten und Ansprechpartner entstehen manuelle Nacharbeiten, die den Nutzen der E-Rechnung zunichte machen. Die Bereinigung und Pflege von Stammdaten ist daher eine der wichtigsten Vorbereitungsmaßnahmen und sollte frühzeitig im Projekt priorisiert werden.

Insellösungen ohne Schnittstellen

Insellösungen ohne Schnittstellen erzeugen neue Medienbrüche. Wenn AVA- oder Projektwelt und Rechnungswesen nicht sauber integriert sind, wird E-Rechnung zum manuellen Nachbearbeitungsfall. Die Notwendigkeit, dass AVA- oder Projektsoftware als Quelle abrechnungsrelevanter Daten und Rechnungswesen sauber integriert sind, ist entscheidend. Ohne diese Integration bleibt das Versprechen der Automatisierung unerfüllt, und die Effizienzgewinne bleiben aus.

Auswahlhilfe und Bewertung

Die Auswahl der richtigen Lösung für E-Rechnung im Planungsbüro hängt von mehreren Faktoren ab. Die folgende Tabelle bietet eine strukturierte Entscheidungshilfe für Verantwortliche in Finanz- und Digitalisierungsbereichen und unterstützt bei der Bewertung unterschiedlicher Softwarelösungen und Dienstleister.

KriteriumFragestellungBewertungsansatz
FormatunterstützungUnterstützt die Software XRechnung und ZUGFeRD?Beide Formate sollten abgedeckt sein, um alle Empfänger bedienen zu können
SchnittstellenKönnen Daten automatisiert an Buchhaltung, ERP und Steuerberatung übergeben werden?Automatisierung reduziert Medienbrüche und erhöht Effizienz
ProjektintegrationLassen sich Projektdaten und Leistungsphasen in Rechnungspositionen überführen?HOAI-Konformität und E-Rechnung müssen vereinbar sein
Workflow-UnterstützungGibt es Prüf-, Freigabe- und Eskalationsprozesse?Transparenz und Steuerbarkeit erhöhen die Prozesssicherheit
DokumentenmanagementIst eine strukturierte Ablage und Wiederauffindbarkeit gewährleistet?Nachvollziehbarkeit und Compliance sind GoBD-relevant
AnlagenhandlingKönnen Anlagen sauber zugeordnet, versioniert und in Größe begrenzt werden?Vermeidung von Übertragungsfehlern und Zurückweisungen
Schulung und SupportWerden Schulungen und Dokumentation angeboten?Change-Management und Akzeptanz sind erfolgskritisch
Security und Audit-TrailSind Zugriffsrechte, Protokollierung und Nachvollziehbarkeit aller Schritte gewährleistet?Betriebssicherheit und Prüfbarkeit sind Pflicht
Archivierung und RetentionErfüllt die Lösung gesetzliche Aufbewahrungspflichten und revisionssichere Archivierung?Compliance mit GoBD und Aufbewahrungsfristen ist zwingend

Diese Kriterien helfen, die Systemfitness zu bewerten und Entscheidungen belastbar vorzubereiten. Ein klares Zielbild, definierte Soll-Prozesse, Implementierungsplan und Governance sind notwendig, um Nutzen und ROI greifbar zu machen. Planungsbüros sollten zudem darauf achten, dass die Lösung zukunftssicher ist und auch die ab 2025 geltenden B2B-Anforderungen unterstützt.

Wirtschaftliche Bewertung: Nutzen und ROI mit konkreten Kennzahlen

Die wirtschaftliche Bewertung umfasst sowohl qualitative als auch quantitative Aspekte. Zeitaufwand pro Rechnungsschritt wie Erstellung, Prüfung, Rückfragen und Buchung lässt sich durch Automatisierung deutlich reduzieren. Typische Beispielrechnungen zeigen: manuelle Rechnungserstellung dauert durchschnittlich 15 bis 20 Minuten, automatisierte Prozesse reduzieren dies auf unter 5 Minuten. Fehlerkosten und Korrekturschleifen sinken durch strukturierte Daten um bis zu 70 Prozent. Der Skalen-Effekt bei wachsendem Rechnungsvolumen zeigt sich besonders bei größeren Planungsbüros oder projektintensiven Phasen. Kostentreiber sind insbesondere manuelle Dateneingabe, fehlende Schnittstellen, Medienbrüche und Nacharbeiten bei Rückläufern. Ein realistischer ROI-Ansatz berücksichtigt Einmalaufwände für Systemanpassung, Schulung und Prozessdesign sowie laufende Einsparungen durch verkürzte Durchlaufzeiten, reduzierte Fehlerquoten und geringeren Personaleinsatz. Typische Amortisationszeiträume liegen bei 12 bis 24 Monaten, abhängig von Bürogröße, Rechnungsvolumen und Automatisierungsgrad. Diese Zahlen basieren auf Erfahrungswerten aus der Praxis und sollten für das eigene Büro individuell kalkuliert werden.

Aufwände und Risiken steuern

Die Einführung erzeugt Aufwände: Prozessanalyse, Systemanpassungen, Schulungen, Datenbereinigung, Schnittstellenaufbau und Dokumentation. Risiken wie Medienbrüche, Schattenprozesse, unklare Verantwortlichkeiten, fehlende Akzeptanz oder scheiternde Integration müssen aktiv gesteuert werden. Ohne Prozessklarheit ersetzt E-Rechnung nicht fehlende Rollen, Freigaben oder Leistungsnachweise. Ohne Integration bleibt Doppelerfassung bestehen. Ohne Datenstandardisierung bleibt Fehleranfälligkeit bei Projektreferenzen oder Bestellbezug erhalten. Ein professionelles Projektmanagement, das diese Risiken identifiziert, bewertet und Gegenmaßnahmen plant, ist daher unerlässlich.

Professionelles Teammeeting in modernem Planungsbüro mit mehreren Personen am Konferenztisch, die digitale Rechnungsprozesse und Workflow-Diagramme auf großen Bildschirmen diskutieren

Woran erkennt man eine gute Lösung?

Eine gute E-Rechnungslösung für Architekturbüros zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus, die über reine Formatunterstützung hinausgehen. Die folgenden Punkte helfen, Qualität und Zukunftsfähigkeit einer Lösung zu bewerten.

Durchgängige digitale Workflows

Dokumente müssen durch alle Prozessschritte digital geführt und bearbeitet werden können: Rechnungserzeugung, Übermittlung, Eingang, Prüfung, Freigabe, Buchung, Zahlung und Archivierung. Medienbrüche, etwa durch Ausdrucken, manuelles Abtippen oder OCR-Erfassung, sind zu vermeiden. Eine gute Lösung unterstützt den gesamten Lebenszyklus einer Rechnung ohne manuelle Interventionen, die Fehler oder Verzögerungen verursachen.

Saubere Integration in die Systemlandschaft mit klaren Schnittstellenmustern

E-Invoicing sitzt typischerweise in ERP, Rechnungswesen-Software, Projektmanagement- oder AVA-Systemen sowie DMS und Workflow-Tools. Schnittstellen müssen automatisierte Datenübergaben an Steuerberatung, Buchungsübergabe und Statusrückmeldungen ermöglichen. Typische Schnittstellenmuster umfassen API-basierte Echtzeit-Integration, dateibasierte Batch-Übergaben oder Webservice-Schnittstellen. Workflow-Tools sollten Prüfung, Freigabe, Eskalation und Vertretungsregeln unterstützen. Ein klares Rollenmodell definiert, wer Rechnungen erstellt, prüft, freigibt, versendet und überwacht. Betrieb und Support müssen geregelt sein: Wer ist bei Störungen zuständig, wie erfolgen Updates, wie wird Systemverfügbarkeit sichergestellt?

Nachvollziehbarkeit und Governance

E-Rechnung berührt die Unternehmensbuchführung und braucht deshalb Governance. Typische Abstimmungen mit der Steuerberatung betreffen GoBD-relevante Anforderungen an elektronische Aufzeichnungen und Datenzugriff, internes Kontrollsystem als organisatorischer Rahmen, Verfahrensdokumentation mit Prozessbeschreibung, Rollen, Kontrollen und Systemübersicht sowie Tax-Compliance-Überlegungen als Strukturierungsrahmen. Ziel ist, nachvollziehbare, konsistente Prozesse und dokumentierte Verantwortlichkeiten zu schaffen. Eine gute Lösung bietet vorkonfigurierte Templates und Vorlagen für diese Dokumentation.

Security, Audit-Trail und Archivierung

Gute Lösungen bieten umfassende Sicherheitskonzepte: Zugriffsrechte nach Rollen, Protokollierung aller Änderungen und Aktionen (Audit-Trail), Nachvollziehbarkeit von Rechnungserstellung bis Zahlung, revisionssichere Archivierung gemäß gesetzlicher Aufbewahrungspflichten (in der Regel zehn Jahre) und Retention-Policies, die automatisches Löschen nach Ablauf der Fristen unterstützen. Diese Aspekte sind zentral für Betriebssicherheit, Compliance und Prüfbarkeit bei externen Audits oder Betriebsprüfungen. Lösungen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, bergen erhebliche rechtliche Risiken.

Flexibilität und Skalierbarkeit

Die Lösung sollte verschiedene Formate und Übertragungswege unterstützen, um sowohl öffentliche als auch gewerbliche und private Kunden bedienen zu können. Sie muss mit wachsendem Rechnungsvolumen skalieren und Anpassungen an geänderte Anforderungen erlauben. Insbesondere die ab 2025 geltenden B2B-Anforderungen sollten ohne größere Umstellungen integrierbar sein. Zukunftssichere Lösungen sind modular aufgebaut und erlauben es, neue Formate, Übertragungswege oder regulatorische Anforderungen schnell zu ergänzen.

Messgrößen und Steuerung

Gute Lösungen bieten Transparenzkennzahlen, um Prozesse zu steuern: Durchlaufzeit von Rechnungserstellung bis Versand, Anteil manueller Nacharbeit oder Korrekturen, Fehlerklassen wie fehlende Pflichtdaten, falsche Referenzen oder Anlagenprobleme, Quote automatischer Verbuchung und Statusübersichten über offene Posten und Rückläufer. Diese KPIs ermöglichen kontinuierliche Verbesserung und helfen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Checkliste zur E-Rechnung

Die folgende Checkliste unterstützt Planungsbüros bei der Vorbereitung und Einführung von E-Rechnungen und stellt sicher, dass alle wesentlichen Aspekte berücksichtigt werden.

  • Ist-Analyse durchgeführt: Wie werden Rechnungen heute erstellt, versendet und archiviert?
  • Format- und Empfängermix geklärt: Welche Auftraggeber verlangen XRechnung, wo ist ZUGFeRD einsetzbar?
  • B2B-E-Rechnungspflicht ab 2025 berücksichtigt: Sind Prozesse darauf vorbereitet?
  • Systemcheck abgeschlossen: Kann bestehende Software strukturierte Formate erzeugen und verarbeiten?
  • Verantwortlichkeiten definiert: Wer erzeugt, prüft, gibt frei, versendet und überwacht Rückläufer oder Fehler?
  • Prozessdesign entwickelt: Freigaben, Prüflogiken, Zuständigkeiten, Anlagenprozess und Projektbezug klar?
  • Schnittstellen geplant: Datenübergabe an Buchhaltung, ERP, DMS und Steuerberatung definiert?
  • Regelwerk für Anlagen erstellt: Welche Dokumente sind Standardanlagen, Benennung, Versionierung?
  • Projekt- und Auftragsdaten konsistent: Projektnummer, Auftraggeberdaten, Ansprechpartner gepflegt?
  • Schulungsbedarf ermittelt: Buchhaltung, Projektassistenz, Projektleitung eingebunden?
  • Kommunikation mit Auftraggebern: Welche Formate und Übertragungswege werden akzeptiert?
  • Pilotierung geplant: Ausgewählte Projekte oder Auftraggeber für Testphase identifiziert?
  • Rollout vorbereitet: Schulung, Betriebsübergang, Monitoring von Durchlaufzeiten und Fehlern organisiert?
  • Verfahrensdokumentation erstellt: Prozessbeschreibung, Rollen, Kontrollen, Systemübersicht dokumentiert?
  • Abstimmung mit Steuerberatung: GoBD, internes Kontrollsystem, Verfahrensdokumentation besprochen?
  • Ausgangs- und Eingangsrechnungsprozesse abgegrenzt: Kontrollpunkte, Drei-Wege-Abgleich, Freigaberegeln definiert?
  • ROI-Rechnung erstellt: Einmalaufwände, laufende Einsparungen, Amortisationszeitraum kalkuliert?
  • Security- und Audit-Konzept vorhanden: Zugriffsrechte, Protokollierung, Audit-Trail implementiert?
  • Archivierung und Retention geregelt: Revisionssichere Aufbewahrung, Aufbewahrungsfristen, automatisches Löschen?
  • Zukunftsorientierung berücksichtigt: ViDA, PEPPOL, weitere EU-Entwicklungen in Planung einbezogen?

Häufige Fragen

Sind PDF-Rechnungen per E-Mail E-Rechnungen?

Nein. PDF-Rechnungen per E-Mail enthalten unstrukturierte Daten und ermöglichen keine medienbruchfreie Verarbeitung. Erst strukturierte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD erfüllen die Anforderungen an E-Rechnungen.

Muss ich für jeden Auftraggeber ein anderes Format nutzen?

Öffentliche Auftraggeber des Bundes und der Deutschen Bahn verlangen seit Ende 2020 XRechnung. Gewerbliche und private Kunden können auch mit ZUGFeRD bedient werden. Moderne Softwarelösungen unterstützen beide Formate, sodass Sie flexibel agieren können.

Wie viele Anlagen kann ich einer XRechnung beifügen?

Einer XRechnung können bis zu 200 Anlagen beigefügt werden. Die maximal zulässige Dateigröße aller Anlagen ist stark vom verwendeten Übertragungsweg abhängig und sollte für jeden konkreten Kanal individuell geprüft werden.

Kann ich HOAI-konforme Abrechnungen als E-Rechnung versenden?

Ja. HOAI-orientierte Leistungsabrechnung lässt sich auf Ebene der Positionen und Leistungsphasen in strukturierte Rechnungsdaten überführen. Entscheidend ist, dass die Software diese Abbildung unterstützt und die E-Rechnungsanforderungen erfüllt.

Wer muss bei der Einführung beteiligt werden?

Rechnungswesen, IT, Steuerberatung und externe Partner wie Auftraggeber oder Nachunternehmer müssen eingebunden werden. Die Einführung ist ein Kooperationsprojekt, nicht nur Aufgabe einer Abteilung.

Wie lange dauert die Einführung der E-Rechnung?

Die Einführung ist nicht an einem verlängerten Wochenende erledigt. Sie braucht sorgfältige Planung, ausreichend Zeit und Einbeziehung verschiedener Bereiche. Nutzen Sie ruhigere Betriebsphasen wie Ferienzeiten oder saisonale Flauten für Umstellung, Schulung und Migration. Erfahrungsgemäß sollten drei bis sechs Monate eingeplant werden.

Was passiert, wenn ich keine E-Rechnung versende?

Wenn Sie öffentliche Auftraggeber des Bundes oder der Deutschen Bahn bedienen und keine E-Rechnung versenden, können Ihre Rechnungen abgelehnt werden. Dies führt zu Verzögerungen im Zahlungseingang und kann Geschäftsbeziehungen gefährden. Ab 2025 drohen auch im B2B-Bereich rechtliche Konsequenzen.

Welche Rolle spielt die Steuerberatung bei der Einführung?

Die Steuerberatung berät zu GoBD-relevanten Anforderungen an elektronische Aufzeichnungen und Datenzugriff, internem Kontrollsystem, Verfahrensdokumentation und Tax-Compliance. Sie ist wichtiger Partner für Ordnungsmäßigkeit, Nachvollziehbarkeit und Dokumentation.

Was sind ViDA und PEPPOL und warum sind sie wichtig?

ViDA steht für VAT in the Digital Age und ist eine EU-Initiative zur Harmonisierung der Mehrwertsteuer-Prozesse und elektronischen Rechnungsstellung. PEPPOL ist ein europaweites Netzwerk für den strukturierten elektronischen Datenaustausch, insbesondere für E-Rechnungen. Beide Entwicklungen werden perspektivisch auch in Deutschland die Anforderungen an E-Rechnung prägen und sollten bei der strategischen Planung berücksichtigt werden.

Wie unterscheiden sich Ausgangs- und Eingangsrechnungsprozesse?

Der Ausgangsrechnungsprozess umfasst Rechnungserstellung, Prüfung, Freigabe, Versand und Statusüberwachung. Der Eingangsrechnungsprozess beginnt mit dem Rechnungseingang, gefolgt von formaler und inhaltlicher Prüfung (Drei-Wege-Abgleich), Freigabe nach definierten Regeln, Verbuchung und Zahlung. Beide Prozesse benötigen eigene Kontrollpunkte, Rollen und Systemunterstützung.

Was ändert sich ab 2025 im B2B-Bereich?

Ab dem 1. Januar 2025 tritt das Wachstumschancengesetz in Kraft, das die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich deutlich erweitert. Unternehmen müssen schrittweise sowohl E-Rechnungen ausstellen als auch empfangen können. Dies betrifft nicht nur öffentliche Auftraggeber, sondern auch Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen.

Fazit

E-Rechnung ist für Architekturbüros ein strukturelles Organisations- und Prozessthema, das sorgfältige Planung, klare Verantwortlichkeiten und Integration bestehender Systeme erfordert. Wer öffentliche Auftraggeber bedient oder ab 2025 im B2B-Bereich agiert, benötigt funktionierende E-Rechnungsprozesse. Durch medienbruchfreie Workflows, automatisierte Verarbeitung und saubere Governance entstehen messbare Effizienzgewinne, höhere Transparenz und bessere Steuerbarkeit. Die Einführung ist ein Kooperationsprojekt, das Rechnungswesen, IT, Steuerberatung und Projektmanagement einbezieht und perspektivisch auch EU-weite Entwicklungen wie ViDA und PEPPOL berücksichtigen sollte.

Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Wir erbringen keine Rechts- oder Steuerberatung. Eine individuelle rechtliche Bewertung erfolgt ausschließlich durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen.

Interesse an Consulting?

Vereinbaren Sie jetzt eine kostenlose Erstberatung und entdecken Sie, wie wir Ihr Unternehmen mit Digitalisierung voranbringen können. Unsere Expert:innen freuen sich auf Sie.

VERWANDTE ARTIKEL