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Schweizer Großunternehmen erhöhen den Druck auf ihre Kunden und versenden Papierrechnungen nur noch gegen Gebühr!

In der Schweiz müssen immer mehr Kunden für den reinen Erhalt von Rechnungen zahlen – sofern sie nicht auf den Empfang elektronischer Rechnungen umsteigen wollen. Dies ruft Konsumentenschützer auf den Plan und verärgert die Kunden. Unternehmen müssen sich die Frage stellen, ob dies der richtige Weg ist. Schließlich spielt man mit dem Wohlwollen der Kunden, um die eigenen Prozesse zu optimieren. Dabei lassen sich die Gebühren auf Papierrechnungen (folglich der Druck zur Umstellung) auch für Lieferanten ansetzen, welche als Unternehmen und Rechnungsversender ebenso einen operativen Nutzen aus dem elektronischen Rechnungsversand ziehen können. Die kundenseitige Akzeptanz lässt sich zudem auch durch eine Gutschrift bei der Annahme elektronischer Rechnungen erhöhen.

Während in Deutschland und Österreich gerichtlich entschieden wurde, dass der Rechnungsversand per Post in den Kosten enthalten sein muss, ist eine solche Lösung ist in der Schweiz derzeit allerdings nicht absehbar. Die Beschlüsse der Nachbarländer könnten laut Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Schweizerischen Gesellschaft für Konsumentenschutz, jedoch ein Vorbild für Schweizer Unternehmen sein – etwa bei Transaktionen, die im stationären Handel und nicht online abgeschlossen werden. Ebenso betont Stadler, dass Papierrechnungsgebühren oft mit dem Umweltschutzargument erklärt werden, dies allerdings nur ein „ökologisches Deckmäntelchen“ sei. „Wenn Unternehmen es wirklich ernst meinten mit dem Umweltschutz, dann würden sie Kunden, die elektronische Rechnungen akzeptieren, mit einer Gutschrift belohnen.“

Derzeit veranschlagt die UPC Cablecom 1,50 Franken Gebühr pro Papierrechnung. Zum Jahreswechsel wird dieser Betrag verdoppelt und Kunden, die Papierrechnungen empfangen wollen, müssen 3,00 Franken pro Rechnung zahlen. Ebenfalls ab 2015 müssen Besitzer einer Cumulus-Kreditkarte der Migros 1.50 Franken für die Rechnung in Papierform zahlen. Seit einiger Zeit verlangt auch Kreditkarten-Herausgeber Viseca von einigen Kreditkarteninhabern von Raiffeisen-, Kantonal- und Regionalbanken 1.50 Franken pro Papierrechung. Weitere Unternehmen der Telekommunikationsbranche, wie etwa Sunrise oder Orange, erheben (teilweise seit 2012) eine Gebühr zwischen 2 und 5 Franken pro Rechnung in Papierform, je nach gewünschtem Detaillierungsgrad.

Ob die Papierrechnungsgebühr eine rechtliche Grundlage hat, befindet sich derzeit in Prüfung: In der Schweiz können gemäß einem Artikel im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) missbräuchliche Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen eingeklagt werden. Das Ergebnis bleibt abzuwarten!

(siehe auch: www.bazonline.ch)

Thomas Brzenk
von Thomas Brzenk

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