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Besser früher als später – auch die Niederlande verpflichtet Lieferanten des Bundes

Der Kreis der EU Länder, die eine Umsetzung der EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen konkret forcieren, weitet sich aus. Die niederländische Regierung  kündigte im April an, dass gegen Ende 2016 neue Verträge der öffentlichen Hand ihre Lieferanten zum Versand elektronischer Rechnungen verpflichten werden.

Bis sich die EU auf einen Standard geeinigt hat, wird sich die niederländische Regierung auf zwei UBL Syntaxen konzentrieren: UBL-OHNL, eine speziell für niederländische Behörden entwickelte Abwandlung des UBL Standards und UBL-SI (SimplerInvoicing). Ziel der Regierung ist es, bis spätestens 2020 alle öffentliche Behörden so aufzurüsten, dass diese fähig sind, sowohl den neuen EU-UBL-Standard, als auch andere EU Syntaxen verarbeiten zu können.

Lieferanten der Behörden können E-Rechnungen entweder über SimplerInvoicing, einem auf PEPPOL basierenden Netzwerk aus neun E-Rechnungsprovidern oder direkt über die zentrale E-Rechnungsplattform der niederländischen Regierung „Digipoort“ versenden. E-Rechnungen, die über Simplerinvoicing eingehen, werden bei Bedarf in UBL-OHNL umgewandelt und an Digipoort weitergeleitet. Eine direkte Verbindung mit Digipoort bietet sich hauptsächlich für Lieferanten mit hohem Rechnungsvolumen an. Lieferanten, die nur wenige Rechnungen an öffentliche Verwaltungen stellen, haben zudem die Möglichkeit, ihre Rechnungen über ein Formular der Webseite www.papierloosfactureren.nl zu stellen. Lokalbehörden auf der anderen Seite, können neben den genannten E-Rechnungskanälen der Zentralregierung auch Rechnungen in UBL-SI/UBL-OHNL/SET U per Mail erhalten.

Ein kürzlich durchgeführtes Testprojekt (UBL Chain Test) der niederländischen Regierung lieferte bereits vielversprechende Ergebnisse bezüglich einer finalen Einführung der E-Rechnung.

Wann es in Deutschland zu einer Verpflichtung der Lieferanten kommt, ist weiterhin ungewiss…

Maren Bleker
von Maren Bleker

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