Auslandszahlungsverkehr gehört für international tätige Unternehmen zum Tagesgeschäft. Lieferanten werden in anderen Ländern bezahlt, Kunden begleichen Rechnungen aus dem Ausland und Zahlungen müssen in unterschiedlichen Währungen, Bankensystemen und regulatorischen Rahmenbedingungen verarbeitet werden.
Eine internationale Zahlung ist dabei nicht automatisch kompliziert. Eine Euro-Überweisung innerhalb des SEPA-Raums kann ähnlich einfach funktionieren wie eine nationale Überweisung. Bei Zahlungen in andere Währungsräume kommen dagegen häufig weitere Banken, das SWIFT-Netzwerk, Fremdwährungen, zusätzliche Gebühren und regulatorische Anforderungen ins Spiel.
Dieser Praxisguide erklärt, wie Auslandszahlungsverkehr funktioniert, worin sich SEPA- und SWIFT-Zahlungen unterscheiden, welche Kosten entstehen können und wann bei grenzüberschreitenden Zahlungen eine AWV-Meldepflicht gegenüber der Deutschen Bundesbank zu beachten ist.
Unter Auslandszahlungsverkehr versteht man die Abwicklung von Zahlungen zwischen Beteiligten in unterschiedlichen Ländern beziehungsweise über unterschiedliche nationale Zahlungsräume hinweg. Häufig wird auch vom internationalen Zahlungsverkehr gesprochen.
Dazu gehören beispielsweise:
Für Unternehmen umfasst Auslandszahlungsverkehr deshalb mehr als die reine Ausführung einer Auslandsüberweisung. Auch Stammdaten, Bankverbindungen, Währungen, Gebühren, Compliance-Prüfungen, Meldepflichten und die technische Anbindung von ERP- und Banksystemen gehören dazu.
Eine Auslandsüberweisung ist eine Überweisung an einen Zahlungsempfänger im Ausland. Entscheidend ist dabei nicht allein, dass Geld eine Landesgrenze überschreitet. Für die konkrete Abwicklung spielen auch Zielland, Währung und verwendetes Zahlungsverfahren eine Rolle.
Eine Überweisung von Deutschland nach Frankreich in Euro kann beispielsweise als normale SEPA-Überweisung verarbeitet werden. Eine Zahlung von Deutschland an einen Geschäftspartner außerhalb des SEPA-Raums oder eine Zahlung in einer anderen Währung kann dagegen über andere Zahlungswege und gegebenenfalls über SWIFT abgewickelt werden.
Wichtig: „Auslandsüberweisung“ und „SWIFT-Überweisung“ sind keine Synonyme. Auch eine SEPA-Überweisung kann grenzüberschreitend sein.
SEPA steht für Single Euro Payments Area und schafft standardisierte Verfahren für Euro-Zahlungen innerhalb des SEPA-Raums. Für Unternehmen vereinfacht das grenzüberschreitende Zahlungen erheblich.
Außerhalb dieses Rahmens können internationale Zahlungen komplexer werden. Dann müssen unter anderem verschiedene Währungen, lokale Zahlungssysteme, Korrespondenzbanken oder zusätzliche Bankinformationen berücksichtigt werden.
| SEPA-Überweisung | Internationale Zahlung außerhalb des SEPA-Standards | |
|---|---|---|
| Währung | Euro | Euro oder Fremdwährung |
| Zahlungsraum | SEPA-Raum | weltweit möglich |
| Kontodaten | in der Regel IBAN | je nach Land IBAN oder lokale Kontodaten sowie BIC/SWIFT-Code |
| Zwischenbanken | typischerweise nicht erforderlich | Korrespondenzbanken können beteiligt sein |
| Gebühren | vergleichsweise standardisiert | abhängig von Bank, Währung, Zahlungsweg und beteiligten Instituten |
| Laufzeit | vergleichsweise gut planbar | stärker vom Zahlungsweg und Zielland abhängig |
Der genaue Ablauf hängt vom verwendeten Zahlungsweg ab. Bei einer klassischen internationalen Banküberweisung lassen sich jedoch mehrere typische Schritte unterscheiden.
Das Unternehmen erfasst den Zahlungsempfänger, dessen Bankverbindung, den Betrag, die gewünschte Währung und den Verwendungszweck. Je nach Zielland können zusätzliche Angaben erforderlich sein.
Vor der Übermittlung werden Kontodaten, Zahlungsbetrag und gegebenenfalls interne Freigaben geprüft. In Unternehmen erfolgt dieser Schritt häufig über ERP-, Treasury- oder Zahlungsverkehrssysteme.
Die Bank erhält den Zahlungsauftrag über Online-Banking, eine direkte Schnittstelle oder einen strukturierten Zahlungsdatensatz.
Die Bank prüft, über welchen Weg die Empfängerbank erreicht werden kann. Besteht keine direkte Bankverbindung zwischen den beteiligten Instituten, können eine oder mehrere Korrespondenzbanken eingeschaltet werden.
Bei vielen internationalen Zahlungen werden die notwendigen Zahlungsinformationen über das SWIFT-Netzwerk zwischen den beteiligten Finanzinstituten ausgetauscht.
Die eigentliche Übertragung und Verrechnung der Geldbeträge erfolgt über die beteiligten Banken und Zahlungsinfrastrukturen. Dabei können gegebenenfalls Fremdwährungen umgerechnet oder weitere Institute einbezogen werden.
Nach Abschluss der erforderlichen Prüfungen schreibt die Empfängerbank den Betrag dem Konto des Zahlungsempfängers gut.
SWIFT ist eines der wichtigsten Kommunikationsnetzwerke im internationalen Zahlungsverkehr. Banken und andere Finanzinstitute nutzen es, um standardisierte Finanznachrichten sicher miteinander auszutauschen.
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, SWIFT als internationales Zahlungssystem zu verstehen, das Geld selbst von einem Konto auf ein anderes überträgt. Tatsächlich stellt SWIFT in erster Linie die Infrastruktur für den sicheren Austausch von Zahlungsinformationen bereit.
Der eigentliche Geldfluss erfolgt über die beteiligten Banken, Konten und Verrechnungssysteme.
Als SWIFT-Überweisung wird üblicherweise eine internationale Zahlung bezeichnet, bei der Zahlungsinformationen über das SWIFT-Netzwerk zwischen Finanzinstituten ausgetauscht werden.
Vereinfacht kann der Ablauf so aussehen:
Auftraggeber → eigene Bank → SWIFT-Nachricht → gegebenenfalls Korrespondenzbank → Empfängerbank → Zahlungsempfänger
Wie viele Banken tatsächlich beteiligt sind, hängt von der jeweiligen Bankverbindung, Währung und Zahlungsroute ab.
Der BIC, häufig auch als SWIFT-Code bezeichnet, dient zur Identifikation eines Finanzinstituts. Er hilft dabei, Zahlungsnachrichten der richtigen Bank zuzuordnen.
Die IBAN identifiziert dagegen ein bestimmtes Konto in Ländern und Zahlungsräumen, in denen dieses Kontonummernformat verwendet wird. Für Zahlungen in andere Länder können zusätzlich lokale Kontonummern, Bankcodes oder weitere Angaben erforderlich sein.
Welche Daten erforderlich sind, hängt vom Zielland, der Währung und der Bank ab. Typischerweise werden folgende Informationen benötigt:
Unvollständige oder fehlerhafte Zahlungsdaten können zu Rückfragen, manueller Nachbearbeitung, Verzögerungen oder Rückweisungen führen. Für Unternehmen mit hohem internationalem Zahlungsvolumen ist deshalb eine gepflegte und strukturierte Stammdatenbasis besonders wichtig.
Eine pauschale Dauer für Auslandsüberweisungen gibt es nicht. Eine standardisierte Euro-Zahlung innerhalb des SEPA-Raums ist in der Regel deutlich besser planbar als eine internationale Zahlung über mehrere Banken und Währungsräume.
Auch bei SWIFT-Zahlungen sollte zwischen der Übermittlung an die Empfängerbank und der tatsächlichen Gutschrift auf dem Konto unterschieden werden. Die Zahlungsnachricht kann die Empfängerbank sehr schnell erreichen, während lokale Verarbeitung, Compliance-Prüfungen oder weitere Bearbeitungsschritte die endgültige Gutschrift verzögern können.
Die Dauer einer Auslandsüberweisung hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
Für Unternehmen ist deshalb weniger eine pauschale Anzahl von Tagen entscheidend als die Frage, ob Zahlungswege transparent sind und Verzögerungen oder Rückläufer systematisch erkannt werden.
Die Kosten einer Auslandsüberweisung können sich aus mehreren Bestandteilen zusammensetzen. Der ausgewiesene Überweisungspreis der eigenen Bank ist deshalb nicht zwangsläufig mit den gesamten Kosten der Transaktion identisch.
Mögliche Kostenbestandteile sind:
Für eine realistische Bewertung der Auslandszahlungsverkehr-Kosten sollten Unternehmen deshalb nicht nur einzelne Bankgebühren betrachten. Gerade bei regelmäßigem Fremdwährungsverkehr können Wechselkurse und Umrechnungskosten einen erheblichen Einfluss auf die tatsächlichen Gesamtkosten haben.
Bei internationalen Zahlungen außerhalb standardisierter Zahlungsräume können unterschiedliche Entgeltregelungen verwendet werden. Die Bezeichnungen OUR, SHA und BEN beschreiben, wie die anfallenden Gebühren zwischen Auftraggeber und Empfänger verteilt werden sollen.
| Entgeltregelung | Grundprinzip | Auswirkung |
|---|---|---|
| OUR | Der Auftraggeber übernimmt die anfallenden Bankentgelte entsprechend der gewählten Regelung. | Der Empfänger soll den angewiesenen Betrag möglichst vollständig erhalten. |
| SHA | Auftraggeber und Empfänger tragen jeweils die ihnen zugeordneten Bankentgelte. | Die Kosten werden zwischen beiden Seiten geteilt. |
| BEN | Die Gebühren werden dem Zahlungsempfänger zugeordnet. | Der beim Empfänger gutgeschriebene Betrag kann dadurch geringer ausfallen. |
Welche Entgeltregelungen verfügbar oder zulässig sind, hängt vom Zahlungsraum, der Währung und den beteiligten Banken ab. Bei standardisierten Zahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gelten besondere Vorgaben zur Kostenverteilung.
Wird eine Rechnung nicht in Euro bezahlt, kommt zur eigentlichen Auslandsüberweisung die Währungsumrechnung hinzu. Unternehmen sollten dabei nicht nur den offiziellen oder veröffentlichten Wechselkurs betrachten.
Relevant sind unter anderem:
Bei regelmäßigem internationalem Zahlungsverkehr kann es deshalb sinnvoll sein, Fremdwährungszahlungen nicht isoliert zu betrachten, sondern gemeinsam mit Liquiditätsplanung, Treasury und Beschaffungsprozessen zu steuern.
Bei grenzüberschreitenden Zahlungen kann in Deutschland eine Meldepflicht nach der Außenwirtschaftsverordnung, kurz AWV, bestehen. Die Meldung dient statistischen Zwecken und wird gegenüber der Deutschen Bundesbank abgegeben.
Aktueller Stand: Seit dem Berichtsmonat Januar 2025 besteht für Transaktionsmeldungen grundsätzlich erst bei einem Transaktionswert von mehr als 50.000 Euro eine Meldepflicht. Zuvor lag die Grenze bei 12.500 Euro.
Die Höhe einer Auslandsüberweisung allein reicht jedoch nicht aus, um sicher zu bestimmen, ob eine konkrete Zahlung gemeldet werden muss. Entscheidend sind unter anderem Art der Zahlung, Beteiligte und wirtschaftlicher Hintergrund.
Grundsätzlich können beispielsweise Zahlungen zwischen Inländern und Ausländern im Zusammenhang mit Dienstleistungen, Kapitalverkehr oder anderen meldepflichtigen Transaktionen relevant sein.
Die AWV erfasst dabei nicht nur klassische Banküberweisungen. Auch andere Zahlungs- und Verrechnungsformen können unter die außenwirtschaftlichen Meldevorschriften fallen.
Bestimmte Zahlungsarten sind von den Transaktionsmeldungen ausgenommen. Dazu gehören insbesondere:
Damit ist beispielsweise nicht automatisch jede Lieferantenrechnung aus dem Ausland oberhalb von 50.000 Euro meldepflichtig.
Die Meldepflicht trifft grundsätzlich den jeweiligen Meldepflichtigen selbst. Unternehmen sollten sich deshalb nicht darauf verlassen, dass die ausführende Bank die erforderliche Meldung automatisch übernimmt.
Für regelmäßig meldepflichtige Organisationen ist es sinnvoll, Verantwortlichkeiten und Prozesse klar festzulegen. Besonders bei großen Zahlungsvolumen kann eine manuelle Prüfung einzelner Überweisungen schnell fehleranfällig werden.
Außenwirtschaftliche Meldungen werden grundsätzlich elektronisch an die Deutsche Bundesbank übermittelt. Für die manuelle Dateneingabe steht das Allgemeine Meldeportal Statistik, kurz AMS, zur Verfügung. Für größere Datenmengen und automatisierte Prozesse stehen außerdem strukturierte Einreichungsverfahren zur Verfügung.
Seit Januar 2025 wurde auch die Frist für Transaktionsmeldungen vereinheitlicht. Grundsätzlich gilt der 7. Werktag nach Ablauf des jeweiligen Berichtsmonats als Meldetermin.
Da Meldepflichten vom konkreten Geschäftsvorgang abhängen und sich regulatorische Vorgaben ändern können, sollten Unternehmen bei Zweifelsfällen die aktuellen Informationen der Deutschen Bundesbank beziehungsweise fachkundige Beratung heranziehen.
Internationale Zahlungen müssen neben technischen Anforderungen auch regulatorische Prüfungen durchlaufen. Banken prüfen Transaktionen beispielsweise im Zusammenhang mit Geldwäscheprävention, Finanzsanktionen und weiteren Compliance-Anforderungen.
Für Unternehmen bedeutet das insbesondere, dass vollständige und eindeutige Zahlungsdaten wichtig sind. Auffällige, unvollständige oder widersprüchliche Angaben können zusätzliche Prüfungen auslösen und Zahlungen verzögern.
Relevante Bereiche sind unter anderem:
ISO 20022 ist ein internationaler Standard für strukturierte Finanznachrichten. Im internationalen Zahlungsverkehr ermöglicht das Format, deutlich mehr Zahlungsinformationen strukturiert und maschinenlesbar zwischen Unternehmen, Banken und Zahlungssystemen auszutauschen.
Für Unternehmen ist die Umstellung nicht nur ein technisches Thema. Strukturierte Zahlungsdaten beeinflussen unter anderem Stammdatenqualität, ERP-Systeme, Bankschnittstellen, Compliance-Prüfungen und die Automatisierung von Zahlungsprozessen.
Aktuell relevant für 2026: Ab dem 14. November 2026 werden im grenzüberschreitenden ISO-20022-Zahlungsverkehr keine vollständig unstrukturierten Postadressen mehr unterstützt. Adressdaten müssen vollständig strukturiert oder in einem zulässigen hybriden Format übermittelt werden. Nicht konforme Zahlungsnachrichten können zurückgewiesen oder verzögert werden.
Unternehmen sollten deshalb insbesondere prüfen, ob vorhandene Lieferanten- und Empfängerstammdaten ausreichend strukturiert sind und ob ERP-, Zahlungsverkehrs- und Banksysteme die benötigten Datenfelder korrekt übertragen können.
Bonpago beschäftigt sich im Detail mit der technischen und organisatorischen Transformation im Auslandszahlungsverkehr und der Umstellung auf ISO 20022.
Bei wenigen internationalen Zahlungen im Monat lassen sich viele Aufgaben noch manuell bearbeiten. Mit steigendem Zahlungsvolumen werden Medienbrüche, unterschiedliche Bankportale und uneinheitliche Zahlungsdaten jedoch schnell zum Problem.
Eine Optimierung sollte deshalb nicht bei einzelnen Bankgebühren beginnen, sondern den gesamten Prozess betrachten.
Zunächst sollte transparent sein, welche internationalen Zahlungen tatsächlich stattfinden:
Fehlerhafte oder unvollständige Empfänger-, Adress- und Bankdaten gehören zu den vermeidbaren Ursachen für Nachbearbeitung. Stammdaten sollten deshalb strukturiert gepflegt und möglichst bereits bei ihrer Anlage validiert werden.
Nicht jede internationale Zahlung benötigt einen individuellen Prozess. Häufig wiederkehrende Länder-, Währungs- und Bankverbindungen können standardisiert werden.
Dadurch lassen sich interne Freigaben, Dateiformate, Bankverbindungen und Entgeltregelungen klarer definieren.
Wer Zahlungsdaten manuell aus dem ERP-System in verschiedene Banking-Portale überträgt, schafft zusätzliche Fehlerquellen.
Direkte Schnittstellen und standardisierte Zahlungsformate können dazu beitragen, Zahlungsaufträge strukturiert zu übermitteln und Rückmeldungen automatisiert zu verarbeiten.
Die AWV-Meldepflicht sollte nicht erst geprüft werden, nachdem eine Zahlung ausgeführt wurde. Unternehmen mit regelmäßig relevanten Transaktionen können Kriterien und Verantwortlichkeiten bereits in den Zahlungsprozess integrieren.
Für eine aussagekräftige Kostenanalyse sollten Bankentgelte, Zwischenbankgebühren und Währungsumrechnung gemeinsam betrachtet werden.
Eine hohe Zahl manueller Nachbearbeitungen deutet häufig auf Probleme bei Datenqualität oder Prozessgestaltung hin.
Mögliche Kennzahlen sind:
Eine ganzheitliche Betrachtung des Zahlungsverkehrs verbindet deshalb Prozesse, Daten, regulatorische Anforderungen und technische Infrastruktur.
Probleme bei internationalen Zahlungen entstehen häufig nicht durch das eigentliche Zahlungsnetzwerk, sondern durch unvollständige Daten und uneinheitliche Prozesse.
Auslandszahlungsverkehr umfasst die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen zwischen Unternehmen, Privatpersonen, Banken oder anderen Organisationen. Dazu gehören sowohl SEPA-Zahlungen innerhalb Europas als auch internationale Zahlungen über andere Zahlungswege und Währungen.
Eine Auslandsüberweisung ist eine Überweisung an einen Empfänger im Ausland. Abhängig von Zielland und Währung kann sie als SEPA-Überweisung oder über andere internationale Zahlungswege abgewickelt werden.
Bei einer SWIFT-Überweisung werden Zahlungsinformationen zwischen Finanzinstituten über das SWIFT-Netzwerk ausgetauscht. SWIFT selbst überträgt dabei nicht das Geld, sondern stellt die Infrastruktur für den sicheren und standardisierten Austausch von Finanznachrichten bereit.
Die Dauer hängt unter anderem von Zielland, Währung, Zahlungsweg, beteiligten Banken, Cut-off-Zeiten und Compliance-Prüfungen ab. SEPA-Zahlungen sind meist besser planbar, während internationale Zahlungen über mehrere Banken zusätzliche Bearbeitungszeit benötigen können.
Zu den möglichen Kosten gehören Entgelte der eigenen Bank, Gebühren von Korrespondenz- oder Empfängerbanken sowie Kosten der Währungsumrechnung. Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen deshalb von Zahlungsweg, Währung, Bank und gewählter Entgeltregelung ab.
OUR, SHA und BEN beschreiben die Verteilung der Bankgebühren zwischen Auftraggeber und Empfänger. Bei OUR werden die Kosten grundsätzlich dem Auftraggeber zugeordnet, bei SHA werden sie zwischen beiden Seiten verteilt und bei BEN dem Empfänger zugeordnet. Welche Varianten verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Zahlungsweg ab.
Seit Januar 2025 besteht bei Transaktionsmeldungen grundsätzlich erst bei einem Transaktionswert von mehr als 50.000 Euro eine Meldepflicht. Allerdings gibt es Ausnahmen. Der Betrag allein entscheidet deshalb nicht, ob eine konkrete Zahlung tatsächlich meldepflichtig ist.
Zahlungen für Wareneinfuhren und Erlöse aus Warenausfuhren sind grundsätzlich von der entsprechenden AWV-Transaktionsmeldung ausgenommen. Andere Zahlungen, beispielsweise für bestimmte Dienstleistungen oder Kapitaltransaktionen, können dagegen meldepflichtig sein.
Unternehmen sollten nicht davon ausgehen, dass ihre Bank die eigene AWV-Meldepflicht automatisch erfüllt. Die Verantwortung für die Meldung liegt grundsätzlich beim jeweiligen Meldepflichtigen.
ISO 20022 ermöglicht strukturiertere und umfangreichere Zahlungsinformationen. Dadurch können Automatisierung, Verarbeitung, Compliance-Prüfungen und Datenqualität im internationalen Zahlungsverkehr verbessert werden. Gleichzeitig müssen Unternehmen sicherstellen, dass Stammdaten und Systeme die erforderlichen strukturierten Informationen bereitstellen.
Internationaler Zahlungsverkehr verbindet unterschiedliche Banken, Länder, Währungen und regulatorische Anforderungen. Eine einzelne Auslandsüberweisung lässt sich häufig schnell ausführen. Bei größeren Zahlungsvolumen entscheidet jedoch die Qualität des gesamten Prozesses darüber, wie effizient und zuverlässig internationale Zahlungen abgewickelt werden.
Unternehmen sollten deshalb SEPA- und SWIFT-Zahlungen klar unterscheiden, Gebühren und Fremdwährungskosten transparent betrachten, AWV-Meldepflichten sauber in Prozesse integrieren und strukturierte Zahlungs- und Stammdaten sicherstellen.
Mit ISO 20022 gewinnt dieser letzte Punkt zusätzlich an Bedeutung. Moderne Zahlungsprozesse benötigen konsistente Daten, geeignete Schnittstellen und Systeme, die internationale Zahlungen möglichst ohne manuelle Nachbearbeitung verarbeiten können.
Wie Unternehmen und Finanzinstitute ihre Zahlungsverkehrsarchitektur auf ISO 20022 und die kommenden Anforderungen vorbereiten können, zeigt Bonpago ausführlich im Bereich Auslandszahlungsverkehr und ISO 20022.